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Augen auf beim Notebookkauf – worauf ihr achten solltet

Okay, angenommen, ihr braucht ein neues Notebook. Euer Budget beträgt 600 Euro. Ihr seht den neuen Prospekt eines Elektrogroßhändlers in der Nähe, entdeckt ein verlockendes Angebot für 599 Euro – schließlich sieht das Teil auf dem Bild echt hammerstark aus – und schlagt zu! […] NEIIIIN. HALT STOP!

Bevor ihr blindlings zuschlagt und ungewollte Kompromisse eingeht, solltet ihr euch zunächst einige Gedanken zum bevorstehenden Kauf machen. Nehmt euch die paar Minuten und lest diesen Artikel, dann wisst ihr, worauf ihr achten müsst!

Sorgfältige und gezielte Auswahl zahlt sich beim Notebookkauf aus - Schnellschüsse sind nicht clever.

Sorgfältige und gezielte Auswahl zahlt sich beim Notebookkauf aus – Schnellschüsse sind nicht clever.

Größe

Die Standardgröße beträgt 15 bis 15,6 Zoll, was 38,1 bzw. 39,6 cm Bildschirmdiagonale entspricht. Zum Arbeiten am PC ist das eine gute Größe; Filme und Medieninhalte werden ausreichend groß dargestellt. In den letzten Jahren sind allerdings kleinere Geräte in Mode gekommen – sie sind leichter und lassen sich besser verstauen. Netbooks und kleine Ultrabooks gibt es im 10- oder 11-Zoll-Format, einen Kompromiss stellen Geräte im 13- oder 14-Zoll-Format dar. Tippen und durch Dokumente scrollen könnt ihr natürlich auch mit den kleineren Geräten, die zudem den Rücken weniger belasten – beim längeren Arbeiten mit mehreren Fenstern und Excel-Tabellen sind größere Laptops jedoch praktischer.

Bildschirmauflösung

Bei der Übersichtlichkeit spielt jedoch nicht allein die Größe, sondern auch die Bildschirmauflösung eine maßgebliche Rolle. Auf einem 15-Zoll-Display in HD-Auflösung (1366 x 768 Pixel) finden logischerweise weniger Inhalte Platz als auf einem 15-Zoll-Display in Full-HD (1920 x 1080 Pixel). Ihr könnt also mehr auf dem Desktop unterbringen und einfacher mit mehreren Fenstern nebeneinander arbeiten. Zudem nimmt mit höherer Auflösung auch die Schärfe des Bildes stark zu. Schaut euch mal ein Notebook mit HD- und eines mit Full-HD-Auflösung an – die Schärfeunterschiede fallen sofort auf. Klar ist aber: (Fast) kein Gerät bis 600 Euro bietet schon eine solch hohe Auflösung…und natürlich kann man auch an einem HD-Bildschirm vernünftig arbeiten.

Bildschirmqualität

ScreenqualitätNeben den „reinen“ Daten in Zoll und Pixel gibt es noch qualitative Eigenschaften, die Displays unterschieden. Erster Punkt: Die Helligkeit. Um auch bei Lichteinstrahlung oder sogar draußen arbeiten zu können, sollte das Display ausreichend hell sein- und am besten matt noch dazu, um extreme Spiegelungen zu vermeiden. In Tests, beispielsweise auf www.notebookcheck.com, wird die Helligkeit in Candela (cd) gemessen, da sollten es schon um die 300 cd/m² sein, wenn ihr auch mal im Freien schaffen wollt. Zweiter Punkt: Manche Laptops stellen Schwarz tatsächlich tiefschwarz dar, auf anderen wirken selbst dunkelste Bildbereiche eher gräulich. Wie „rein“ die Schwarzdarstellung ist, legt der sogenannte „Schwarzwert“ fest, bei dem niedriger besser ist – in Tests sollte er im Idealfall unter 0,4 cd/m² liegen. Das Verhältnis Helligkeit/Schwarzwert ergibt dann den Kontrast – maßgeblich für eine knackige, lebendige Darstellung des Bildschirminhaltes. Hier ist ein hoher Wert wünschenswert, im Idealfall ab 700:1.

Ausstattung:

Je nachdem, was ihr mit dem Gerät vorhabt, solltet ihr hier genau hinsehen. Benötigt ihr unbedingt ein optisches Laufwerk für CDs, DVDs und BluRays? Achtung, denn viele neueren Geräte lassen dieses mittlerweile Weg, um Platz zu sparen und die Stabilität zu erhöhen. Auch sollte euer Arbeitsgerät mindestens zwei, besser aber drei oder vier USB 3.0-Ports haben, damit ihr ausreichend Zubehör wie Maus oder USB-Stick anschließen könnt. HDMI- und VGA-Ausgang (für ältere Geräte, wie etwa Beamer in der Uni) sind essentiell für Präsentationen oder den Anschluss an externe Monitore. WLAN-Modem und Bluetoth zählen mittlerweile zum Standard, doch wenn ihr Wert auf mobiles Internet legt, könnt ihr auch gezielt nach Laptops suchen, die einen Steckplatz für eine SIM-Karte besitzen und daher 3G- oder LTE-fähig sind.

EingebegeräteTastatur

Eine gute Tastatur und ein ordentliches Tochpad erlauben zügiges und ermüdungsfreies Tippen. Am besten, ihr probiert einfach mal im Elektronikfachmarkt aus, ob euch der Tastaturtyp liegt. Seid sensibel und wählerisch – ihr werdet die Tastatur noch lange Zeit lieben oder hassen! Eine Tastaturbeleuchtung und ein extra Ziffernblock sind nützliche Extras, die ihr abhängig von Größe und Preis zusätzlich geboten bekommt.

Materialwahl und Verarbeitung

Billige Geräte sind meist nur aus Kunststoff gefertigt. Kein Problem, solange sie gut verarbeitet sind, nichts groß knarzt oder wackelt. Wichtig ist, dass sich das Gerät für euch gut anfühlt, also haptisch überzeugt. Daher gilt auch hier: Ausprobieren und Testberichte lesen, um sich nicht später zu ärgern.

Akkulaufzeit 

Informiert euch über Testberichte oder Fachmeinungen (gerne könnt ihr uns schreiben!) vorher über die Laufzeiten. Drei bis vier Stunden sollten es im „normalen“ Schreibbetrieb an der Uni mindestens sein, wenn das Ding mit in den Hörsaal soll. Dann spart ihr euch das lästige Mitschleppen des Ladegeräts. Aufgepasst: Gerade vermeintliche „Schnäppchen“ sind oft besonders kurzatmig und schreien schon nach ein oder zwei Stunden nach neuem Saft!

Lautstärke

Wenn ständig der Lüfter anspringt und dann auch noch hoch aufdreht oder fiept, kann das richtig nervtötend sein! Achtet daher darauf, was Testberichte und Nutzermeinungen zur Lautstärke aussagen…sonst werdet ihr euch in der Bib nur wenige Freunde machen!

Prozessor und Grafikkarte

Intel Corei7Natürlich ist die Leistung auch wichtig, für die gängigen Standardaufgaben Surfen, Microsoft Word und Filme gucken reicht jedoch mittlerweile jeder Prozessor aus. Wenn ihr mit dem Gerät gelegentlich Videos schneiden, Bilder bearbeiten wollt oder die eine oder andere Runde spielt, sollte mindestens ein aktueller Intel Core i5-Prozessor der dritten oder vierten Generation und eine Durchschnittsgrafikkarte (ab etwa AMD Radeon R7 M260 oder NVIDIA GeForce GT 635M) im Gerät stecken. Nur wenn ihr wirklich viel Videos rendert oder anspruchsvolle Spiele zocken wollt, sind ein Core-i7-Quad-Prozessor von Intel und eine starke Grafikkarte (oberhalb von AMD Radeon R9 M270 bzw. NVIDIA GeForce GT 755M) Pflicht. Bei Fragen zur exakten Leistungsfähigkeit einer Konfiguration schreib uns einfach – wir helfen dann!

Arbeitsspeicher und Festplatte

Für einfaches Arbeiten reichen 4 GB Arbeitsspeicher aus; nur Gamer und Designer brauchen 8 GB. Bei der Festplatte müsst ihr euch überlegen: Wie viel Speicherplatz brauche ich? Gängige Festplattengrößen sind 320, 500,750 und 1000 GB. Wer nicht allzu viel Speicherplatz benötigt und ein pfeilschnelles System mit schneller startendem Windows und Programmen möchte, greift zu einem Notebook mit SSD oder baut nachträglich eine ein – diese beschleunigt Notebooks dramatisch. Ich garantiere euch: Habt ihr einmal eine verbaut, möchtet ihr sie nicht mehr missen!.

Garantie und Service

warrantyAchtet darauf, ob euer Kandidat mit 12 oder 24 Monaten Garantie aufwarten kann. Und: Manche Hersteller holen das Gerät im Schadensfall bei euch daheim ab, bei anderen müsst ihr euch um den Transport selbst kümmern. Bisweilen ist die Garantie international, oft jedoch kann sie nur im Heimatland abgewickelt werden! Teure Zusatzversicherungen und Garantieverlängerungen lohnen sich fast nie – kauft euch lieber eine Schutztasche für den Transport und passt gut auf euren mobilen PC auf!

Wenn dann noch das Preis-Leistungs-Verhältnis passt, könnt ihr das Objekt eurer Begierde bei einem günstigen und seriösen Händler bestellen, zum Beispiel über www.idealo.de oder www.geizhals.de, wie wir es in diesem Artikel beschrieben haben.

Ihr habt noch Fragen? Oder ihr habt genaue Vorstellungen, könnt euch jedoch einfach nicht für einen Kandidaten entscheiden? Schaut euch unsere Vorschläge auf der Notebook-Startseite an! Immer noch nichts dabei? Schreibt uns einen Kommentar oder eine Nachricht und wir unterstützen euch!

Bildquellen: Maximilian Haase / TechnikHiWi.de

4 Kommentare

  1. Dieser Artikel hat mir sehr geholfen. Vielen Dank

  2. Also ich persönlich finde es immer enorm schwer richtig einzuschätzen, was ich genau mit meinem Notebook anstellen will. Aber wenn man sich erstmal im klaren ist, für was man es benutzt kann man sich an eurem Leitfaden halten. Danke dafür.

  3. Bei vielen Fällen würde ich eher raten ein Notebook zunehmen, was ein bisschen mehr kann, als man eigentlich will. Hab es einfach schon zu oft erlebt das viele Leute dann im Nachhinein mit weiteren Forderungen daher kommen. Ansonsten rate ich auch gerne zu gebrauchten Geräten, wie von http://www.noteboox.de, besonders wenn die Systeme eh nur zuhause zum Einsatz kommen und die Akkuleistung damit egal ist.

  4. Schöner Artikel. Der Laptop-Kauf steht kurz bevor und ich werde genau lesen, was Tests und andere Nutzer zu Akkulaufzeit und Lautstärke sagen.

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