Startseite << Surftipps << Survival of the fittest – die digitale (R)Evolution

Survival of the fittest – die digitale (R)Evolution

Knapp 200 Jahre ist es her, da hat die industrielle Revolution unsere Arbeit und damit unser Leben tiefgreifend verändert. Dampfmaschinen vereinfachten die Produktion ungemein und die ersten Eisenbahnen wurden getestet. 100 Jahre später sorgte Ford mit dem intensiven Einsatz des Fließbandes für den nächsten Sprung: Die Akkordarbeit ermöglichte unter anderem die Massenproduktion von Autos. Und vor 40 Jahren suchte sich der Computer seinen Platz im Büroalltag. Nun stehen wir vor dem nächsten Wandel: Die Arbeit 4.0.

Vernetzung, Digitalisierung, maschinelles Lernen – die digitale Revolution bahnt sich ihren Weg in unser Leben. Teilweise ist sie auch schon angekommen. Und sie wird unsere Arbeit von Grund auf umkrempeln. Manche Experten rechnen damit, dass in 45 Jahren Künstliche Intelligenz Menschen in fast allen Bereichen überlegen sein wird. Solche langfristigen Aussagen sollte man aber mit Vorsicht genießen, es kann genauso früher wie später eintreten. Elon Musk befürchtet sogar, dass dies schon im Laufe der nächsten 30 Jahre der Fall sein könnte und die Menschheit womöglich von hyperintelligenten Maschinen unterjocht wird. Zum Glück reicht es bisher nur für Routineaufgaben. Mit komplexen Aufgabenfeldern, die sich aus vielen verschiedenen Teilen zusammensetzen, haben Roboter noch so ihre Probleme.

Was du als Student beachten solltest

Bevor die Maschinen die Kontrolle übernehmen, wirst du noch ein paar Jahre arbeiten können. Am besten setzt du dich schon jetzt damit auseinander, was der digitale Wandel außer der Automatisierung noch so mit sich bringt. Manches davon bist du nämlich schon gewohnt, zum Beispiel immer und überall erreichbar zu sein; vielleicht fühlst du dich sogar irgendwie dazu verpflichtet. Von der Freizeit hat sich dies längst auch auf den Arbeitsalltag ausgeweitet. Das hat sein Für und Wider. Theoretisch wird die Arbeit an jedem Ort zu jeder Zeit ermöglicht – zuhause, nachts, im Urlaub, sogar aus dem Ausland über mehrere Zeitzonen hinweg: mehr als einen Internetzugang braucht es nicht. Starre Bürozeiten werden aufgebrochen, Privates und Berufliches wird vermischt. Das kann die Produktion deutlich erhöhen und trotzdem weniger Stress verursachen, da alles individuell aufeinander abgestimmt werden kann.

Gleichzeitig ist das aber auch gefährlich. Die ständige Erreichbarkeit verlockt nicht nur dazu, zwischendurch Facebook und Instagram zu checken. Schnell liest man vor dem Schlafen noch einmal die geschäftlichen Mails, in der Mittagspause wird der Kunde kurz angerufen, nach Feierabend Mitarbeiter instruiert und sonntags der letzte Schliff am Projekt vorgenommen. Das geht auf Dauer auf die Gesundheit. Stress, Leistungsdruck, Überarbeitung bis Burnout können die Folge sein – aber vom Krankenbett aus lässt es sich ja mittlerweile auch arbeiten!

Wichtige Kompetenzen

Um das zu vermeiden müssen gerade Berufseinsteiger lernen, Aufgaben eigenverantwortlich zu planen und das Selbstbewusstsein mitbringen, auch dazu stehen zu können. Eigenverantwortlichkeit gehört zwar schon seit jeher zu den Kompetenzen, die Mitarbeiter besitzen sollten, aber sie wird immer wichtiger. Denn vom digitalen Wandel sind auch die Unternehmenskulturen betroffen. Das sieht man am besten an Startups, von denen sich mittlerweile auch alteingesessene Firmen eine Scheibe abschneiden: Hierarchien werden aufgebrochen, Arbeitszeiten sind häufig flexibel und Prozesse werden dynamisch weiterentwickelt – als Mitarbeiter bist du aktiv an der Entwicklung des Unternehmens beteiligt und kannst auch darauf Einfluss nehmen.

Welche Kompetenzen deine Kommilitonen außerdem noch als zukünftig relevant einschätzen, zeigt der dritte Puls-Check von Campusjäger. In der Umfrage wurden 1.000 Studenten zum Thema Industrie 4.0 und dem digitalen Wandel befragt. Dabei wurden sowohl ihre Erwartungen an die Veränderungen, als auch ihre eigene Zukunftsperspektive in den Fokus gerückt. Ergebnis ist, dass knapp 80 Prozent dem digitalen Wandel recht entspannt entgegenblicken. Als Digital Natives sind sie Unsicherheit und schnelle Veränderungen gewohnt. Aus diesem Grund schätzen sie aber auch Flexibilität und Lernbereitschaft als wichtige Skills ein. Es wird über deinen beruflichen Erfolg entscheiden, wie schnell und flexibel du auf solche Veränderungen reagieren und dir neues Fachwissen aneignen kannst. Das Stichwort der Digitalisierung lautet: “Lebenslanges Lernen”. Vor allem Technik- und Informatikkenntnisse können für viele Jobs zukünftig relevant werden, wenn es darum geht, Maschinen zu überwachen oder zu steuern.

Außer solchen fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten rücken aber auch immer mehr Soft-Skills in den Vordergrund, die – je nach Branche – bisher eher „nur“ als Pluspunkt galten. Empathie, Kreativität, Kommunikationsgeschick, kurz: Fähigkeiten, die nicht auf reiner Logik oder Zahlen fußen. Damit stoßen Roboter und Maschinen zumindest bisher an ihre Grenzen. Denn Sozialkompetenz ist viel mehr als nur die Fähigkeit, Menschen zu verstehen und mit ihnen zu kommunizieren. Auf Mitmenschen emotional eingehen, sich in andere hineinversetzen und Konflikte lösen – das wird uns so schnell kein Roboter abnehmen. Gerade in diesen Bereichen bieten die meisten Unis verschiedene Zusatzangebote an. Ein Blick in das Vorlesungsverzeichnis deiner Hochschule lohnt sich also und im besten Fall kannst du schon jetzt Fähigkeiten erlernen, von denen du beim Berufseinstieg profitierst.

Wohin geht’s

Wo wir in 50 Jahren stehen, kann jetzt noch niemand zuverlässig sagen. Umso wichtiger ist es, auf verschiedenste Möglichkeiten vorbereitet zu sein und Veränderungen flexibel zu begegnen. Als Student hast du noch die Möglichkeit, die Entwicklung aus „sicherer Entfernung“ zu beobachten. Das solltest du nicht ungenutzt lassen und immer informiert über Neuigkeiten aus deiner Branche sein, um früh auf Änderungen reagieren zu können.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*